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Montag,

01.03.1982

Der Lander der sowjetischen Raumsonde Venera 13 erreichte am 01.03.1982 um 03:57 UTC die Oberfläche des Planeten. Bereits am 27.02.1982 war die Eintrittssonde abgetrennt worden. Während der Bus der Sonde eine Bahnkorrektur unternahm um die Venus zu hinterfliegen, begann der Lander sein mehrstufiges Abstiegsmanöver. Der Eintritt in die oberen Atmosphärenschichten erfolgte mit ca. 11,2 kms1. Innerhalb von Minuten verringerte sich diese durch die aerodynamische Abbremsung bis auf etwa 250 ms1. Dabei erhitzte sich die Oberfläche der Landekapsel kurzzeitig bis auf etwa 12.000 °C, was dem Doppelten der Oberflächentemperatur der Sonne entspricht! Nach dieser mörderischen Abbremsung, bei der die Verzögerungswerte 250 g erreichten, löste ein mehrstufiges System aus Stabilisierungs– und Fallschirmen aus. Während des Abstiegs wurde zunächst die obere, dann auch die untere Hälfte der Hitzeschutzverkleidung des Landers abgetrennt. Etwa 50 km über der Oberfläche wurden die Fallschirmleinen gekappt und der Lander sank aerodynamisch gebremst und stabilisiert zur Venusoberfläche herab. Zu diesem Zeitpunkt übertrug der Lander bereits über den als Relaisstation fungierenden Bus der Sonde Meßdaten zur Erde. Nach dem Aufsetzen auf der Venus mit etwa 6 bis 8 ms1 begann der Lander unmittelbar mit der Übertragung der ersten farbigen Panoramaaufnahmen. Die Telefotometerkamera fertigte jeweils drei Aufnahmen durch einen Rot-​, Grün– und Blaufilter an, die auf der Erde zu einem Farbfoto kombiniert wurden. 4 min nach der Landung entnahm zudem ein Bohrgestänge eine etwa 3 cm lange Bodenprobe, saugte sie ins Innere der Sonde und analysierte die Zusammensetzung nach der Röntgenfluoreszenz-​Methode. Weitere sieben Panoramafotos und Meßdaten von der Venusoberfläche wurden übertragen, darunter auch zur Festigkeit des Venus-​Bodens. Der Lander von Venera 13 widerstand trotz 457° C und 89 bar für 2:07 h den Bedingungen auf der Venusoberfläche.
Die Mission von Venera 13 war äußerst erfolgreich. Nicht nur aufschlußreiche Meßdaten von der Planetenoberfläche konnten empfangen werden. Bereits beim Abstieg gelang erstmals der Nachweis von Xenon und eines weiteren Neon-​Isotops in der Atmosphäre. Und der Bus von Venera 13, ausgerüstet mit sowjetischen, französischen und österreichischen Instrumenten, lieferte noch bis April 1983 interessante Meßdaten aus dem Venusumfeld und interplanetaren Raum.