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Montag,

09.01.2017

Start der ersten KZ-1A Rakete von Jiuquan

Auch der zweite Satellitenstart des Jahres 2017 wurde von chinesischem Boden unternommen. Diesmal jedoch mit einer KZ-​1A Feststoffrakete von Jiuquan in der Inneren Mongolei. Der Start der neuen Variante des Kuaizhou Satellitenträgers war ursprünglich noch gegen Ende Dezember 2016 erwartet, dann aber verschoben worden. Ein Novum bedeutete die Realisierung des Starts durch ein kommerzielles Unternehmen. Die eng mit der China Aerospace Science and Industry Corporation (CASIC) verbundene Expace Technology Ltd. oder auch China Space Sanjiang Group Corporation sollte zukünftig die Starts der Kuaizhou Feststoffraketen vermarkten. Beim Jungfernflug der neuen KZ-​1A Rakete (2013/14 waren zwei Exemplare des Vorgängers KZ-​1 gestartet worden) wurden drei kleine Satelliten auf Kreisbahnen in 530 km Höhe transportiert. Der größte davon war Jilin 1 Smart Video 03, der die bisher aus zwei im Oktober 2015 gestarteten Satelliten bestehende Jilin 1 Konstellation erweiterte. Die Jilin 1 Satelliten waren mit einem Kamerasystem ausgerüstet, das Ultra-​HD (4K) Videos (1,12 m Auflösung) lieferte. Bei diesem dritten Satelliten waren vielfältige Detailverbesserungen umgesetzt worden, die sich aus dem Betrieb der ersten beiden Satelliten ergeben hatten. Ein Bild des aufgenommenen Bildstreifens maß jetzt 11×4,5 km gegenüber 4,6×3,4 km bei den ersten Exemplaren. Und die Auflösung konnte von 1,13 m auf 0,92 m gesteigert werden. Das Bildmaterial vermarktete die in der Provinz Jilin ansässige Chang Guang Satellite Technology Co. Ltd. kommerziell. Weiterhin erreichten zwei 2U CubeSats bei diesem Start ihre Bahnen. Xingyun Shiyan 1 (XY-​S1) stammte von der Northwestern Polytechnical University in Xi’an, Provinz Shaanxi. Mit dem Satelliten sollten L-​Band Kommunikationsexperimente unternommen werden. Dagegen waren an der Entwicklung von Kaidun 1 alias Caton 1 gleich drei Universitäten bzw. ihnen zugeordnete Entwicklungsbüros beteiligt gewesen: die Nanjing University of Technology, die Beijing MSI Technology Development Co. Ltd. und die Beijing Kaidun Universal Technology Co. Ltd. Ihr Satellit sollte ein VHF Data Exchange System (VDES) testen, bei dem der Datentransfer über das Inmarsat-​System abgewickelt wurde. Übermittelt werden sollten dabei AIS (Automatic Identification System) Informationen, vor allem aber wollten die Universitäten Experimente mit einem Long Range AIS unternehmen.