Information
Samstag,

14.01.2017

Start der Iridium-1 Mission

Stacking der Satelliten für die Iridium-1 Mission

Nach dem Unfall während der Betankung einer Falcon 9 v1.2 auf SLC-​40 in Cape Canaveral am 01.09.2016 waren die Starts der Rakete sämtlichst ausgesetzt worden. Die Suche nach der Unglücksursache gestaltete sich mühsam. Und so mußten sich die Kunden von SpaceX einmal mehr in Geduld üben. Darunter auch die Iridium Communications Inc., die schon viele Rückschläge hatte erdulden müssen. Als SpaceX die Wiederaufnahme der Starts in Aussicht stellte, war man aber in der Startliste ganz nach oben gerückt. Denn SpaceX hatte noch ein anderes Problem. Ihr Ostküstenstartkomplex hatte bei der Explosion schwer Schäden davongetragen und würde noch einige Monate nicht verfügbar sein. Und LC-​39A, den man zusätzlich von der NASA gepachtet hatte, war noch immer nicht fertig umgebaut. Starts auf geostationäre Bahnen waren daher bis auf weiteres nicht möglich. Ebensowenig Versorgungsmissionen zur ISS. Die für Mitte Dezember 2016 angekündigte RTF (return to flight) Mission mit zehn Iridium-​NEXT Satelliten verzögerte sich dann auch noch um einen Monat. Der bisher ohnehin von SpaceX kaum genutzte SLC-​4E Startkomplex auf der Vandenberg AFB hatte nämlich eine Reihe von baulichen Veränderungen erfahren, um die Falcon 9 v1.2 mit ihren superkalten Treibstoffen betanken zu können. Nun hatte sich ausgerechnet die Betankungsprozedur als sehr kritisches Prozedere erwiesen. Dementsprechend gründlich wurden die Abläufe an der US Westküste durchgespielt. Ein erneuter Startunfall hätte das wirtschaftliche Ende von SpaceX bedeuten können. Dessen waren sich alle Beteiligten bewußt. Zuletzt stand auch noch die Genehmigung der FAA (Federal Aviation Administration) für den Start von Vandenberg aus. Als diese am 06.01.2016 endlich eintraf, hatte sich das Wetter in Kalifornien verschlechtert. Daraufhin wurde der Start nochmal um eine Woche auf den 14.01.2016 verschoben und die Landeplattform zurück in den Hafen geschleppt. Am 14.01.2016 gelang dann aber ein sauberer Start. Nach einer antriebslosen Flugphase von fast einer dreiviertel Stunde zündete die Oberstufe ein zweites Mal, bevor die Satelliten innerhalb von 15 Minuten ausgesetzt wurden. Iridium-​NEXT 102, Iridium-​NEXT 103, Iridium-​NEXT 104, Iridium-​NEXT 105, Iridium-​NEXT 106, Iridium-​NEXT 108, Iridium-​NEXT 109, Iridium-​NEXT 111, Iridium-​NEXT 112 und Iridium-​NEXT 114 verteilten sich in 667 km Höhe auf einem Inbetriebnahme-​Orbit, bevor sie als Teil der Iridium-​Gesamtkonstellation in 780 km Höhe ihren Dienst aufnahmen. Nachdem sie ihre Aufgabe erfüllt hatte, wurde auch diesmal die Falcon 9 Erststufe zu dem im Pazifik wartenden, auf den Namen „Just Read the Instructions“, getauften Autonomous Spaceport Drone Ship zurückgesteuert. Nach einem mit drei laufenden Triebwerken ausgeführten Bremsmanöver erfolgte die eigentliche Landung unter dem Schub lediglich eines „Merlin“. Sicher setzte die Stufe auf der Landemarkierung auf und konnte an Deck gesichert werden.