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Mittwoch,

27.03.2019

Am 27.03.2019 veröffentlichten indische Medien die erste von zahlreichen weiteren Pressemeldungen zur „Mission Shakti“. Demnach hatte eine indische Antisatelliten-​Waffe bei einem Test einen zunächst nicht identifizierten eigenen Satelliten abgefangen und zerstört. Das Unternehmen wurde als nationale Glanzleistung präsentiert, mit der das Land in den elitären Kreis der Nationen mit einer solchen Fähigkeit — UdSSR/​Rußland(?), USA, China — aufgenommen war. Als Ziel des Abfangmanövers wurde rasch der erst im Januar gestartete Microsat-​R ausgemacht. Dessen anhaltende Bahnmanöver in den Wochen zuvor erschienen damit auch in einem anderen Licht. Offenbar hatte man für den Test auf ideale Rahmenbedingungen hingearbeitet und z.B. die Exzentrizität der Bahn minimiert sowie überhaupt den Orbit immer wieder so angepaßt, daß bei den Überflügen der Testbasis auf Wheeler Island (seit 2015 Dr. Abdul Kalam Island) ideale Voraussetzungen für simulierte Abfangmanöver herrschten. Bis schließlich am 27.03.2019 der „scharfe Schuß“ ausgelöst wurde. Aus US Geheimdienstkreisen verlautete jedoch, daß man die Vorbereitungen des Tests offenbar schon länger beobachtet hatte. Und so bereits am 12.02.2019 einen fehlgeschlagenen Start der PDV Mk. II Antisatelliten-​Rakete beobachtet. Dieser Test war allerdings bereits kurz nach dem Start und damit nicht am „Kill Vehicle“ gescheitert. Nun also hatte man, unter wenig realitätsnahen Bedingungen, eine Demonstration militärischer Stärke vollzogen. Und eine Trümmerwolke im erdnahen Orbit kreiert. Auch wenn sich der größte Teil der mehreren Hundert Trümmerteile auf so erdnahen Bahnen bewegte, daß er bald wieder in die Atmosphäre eintreten und verglühen würde — einige Trümmer gerieten auch auf neue exzentrische Bahnen mit Perigäen jenseits der 1.000 km. Daß der unnötige Test damit neue Risiken für die Raumfahrt im allgemeinen herbeigeführt hatte, wurde damit klar unterstrichen.